TSV Zizishausen
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So. 26.10.14
TSV Wolfschlugen

Ergänzen sich hervorragend. Die beiden Trainer der wA. Steffen Müller und Oliver Schmidt. Archivfoto: Christoph BalzNachgefragt bei Steffen Müller, Trainer der wA-Jugend
Direkt nach der Qualifikation zur BWOL stand uns Trainer Steffen Müller für ein paar Fragen parat

Die wA-Jugend hat sensationell die Qualifikation zur BWOL gemeistert. Grund genug um Steffen Müller, den Trainer der weiblichen A-Jugend des TSV Wolfschlugen, beiseite zu nehmen und einige Fragen zu stellen.

Hallo Steffen, erst einmal Glückwunsch zur erreichten BWOL Qualifikation. Aufgrund der Pfingstferien war eine optimale Vorbereitung nicht möglich. War da eine so souveräne Qualifikation zu erwarten?
Die Pfingstferien waren gar nicht unbedingt das, was die Vorbereitung eher suboptimal gestaltete, es waren eher die vielen kleineren und größeren Verletzungen und Krankheiten, die mir etwas Sorgen gemacht haben, weswegen auch vor allem in den Beiden Wochen vor dem Qualifikationsturnier keine vernünftige Vorbereitung, vor allem im Mannschaftstaktischen Bereich, möglich war. Daher war dieser souveräne Verlauf der Qualifikation zumindest von meiner Seite nicht erwartet, aber doch erhofft, da ich spätestens nach dem Württembergischen Finale auch gesehen hatte, wie die Mannschaft mit Druck umgehen kann und dem hat sie souverän standgehalten, dafür noch einmal ein Riesen Kompliment an die Mädels!

Was war deiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg?
Ich denke, dass vor allem die Ausgeglichenheit und die Unabhängigkeit von ein, zwei Einzelspielerinnen die große Stärke dieser Mannschaft ist. Wenn es bei einer mal nicht so läuft, dann springen die Anderen in die Bresche. Das Motto aus der vergangenen Saison „Wir sind immer stärker als ich“ gilt auch dieses Jahr. Wir wollen als Mannschaft auftreten und das haben die Mädchen eindrucksvoll gezeigt. Auch, dass es die Mädels im letzten Spiel gegen Waiblingen noch einmal geschafft haben, sich zusammen zu reißen und das Spiel noch zu drehen und für sich zu entscheiden zeigt, dass die Mannschaft auch aus Misserfolgen, wie dem verlorenen entscheidenden Spiel beim HBW-Pokal, doch gelernt hat.

Die Stimmung in der Mannschaft ist nun vermutlich sehr gut oder? Wurde nach der geschafften Qualifikation gefeiert?
Die Freude war sicherlich da, aber das Turnier war doch sehr kräftezehrend, auch auf Grund der hochsommerlichen Temperaturen in der Halle. Ich denke, die Mädels waren glücklich und mit Sicherheit auch zu Recht sehr stolz auf das Erreichte, aber an Feiern war nach dem Spiel nicht mehr wirklich zu denken, da wollte glaube ich, jede einfach auch nur noch nach Hause und die Beine hochlegen. Soll aber nicht heißen, dass das Ganze nicht bei Zeiten noch gebührend gefeiert werden wird. Wie, wann und wo, das müssen wir noch entscheiden.

Bleiben wir bei der Stimmung. Das Trainerteam der wA (Steffen Müller und Oliver Schmidt) lässt sich doch so ein wenig als Zuckerbrot und Peitsche beschreiben. Der eine sorgt vornehmlich für die Handballerische Ausbildung und der andere für eine hervorragende Stimmung. Ist das die perfekte Mischung für die Mannschaft?
Leistung und Spaß schließen sich nicht aus, das hat die Mannschaft letzte Saison schon deutlich gezeigt. Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man das Ganze auch ernst und da versuchen wir dann schon einen gesunden Weg zu finden um das auch gut zu verbinden. Siehe unser improvisiertes „Mannschaftsfoto“ zum Beispiel vor dem ersten Spiel am Samstag. Solche Aktionen müssen dann einfach auch drin sein. Ich bin jetzt aber auch nicht nur der mit der Peitsche, die Stimmung sollte immer hochgehalten werden, egal von wem und Oli ist jetzt aber auch nicht nur der „Stimmungsmacher“. Ihn nur auf das zu reduzieren, da würde man ihm mit Sicherheit unrecht tun. Es ist schon auch hilfreich, gerade während den Spielen, einfach auch noch eine zusätzliche Unterstützung zu haben. Ich denke, wir ergänzen uns da einfach sehr gut.

Durch das Erreichen der BWOL werden die Spielerinnen durch die Doppelbelastung Jugend/Aktiv nun noch mehr gefordert werden. Wie wichtig wird es sein dort das angemessene Maß zu finden?
Das wird glaube ich die schwierigste Sache. Vor allem, weil die BWOL in der A-Jugend keinesfalls schwächer als die Frauen Württembergliga einzuschätzen ist und daher die Belastung für die Spielerinnen, die eben Beides spielen, da deutlich größer sein wird. Gerade Spiele am selben Tag müssen unbedingt vermieden werden, ansonsten werden wir Probleme bekommen. Zwei Spiele an einem Tag sind einfach zu viel. Was uns allerdings entgegen kommt ist die Tatsache, dass in der Frauen Württembergliga, wie im vergangenen Jahr in der Landesliga, auch nur 12 Mannschaften in der Staffel sind, die Saison allerdings einen Monat länger dauert. Das kommt uns natürlich insofern gelegen, da wir so die Anzahl an Wochenenden mit zwei Spielen hoffentlich möglichst gering halten können.

Und zum Schluss, wie sehen Ziele für die kommende Saison aus?
Einen Wimpel, wie im vergangenen Jahr geschehen, aus der Runde mitzunehmen, ist sicherlich unrealistisch, daher gebe ich da jetzt auch keine Platzierung als Saisonziel aus. Wir freuen uns, dass wir den TSV in der höchsten Spielklasse vertreten dürfen, was wir so gut wie möglich tun wollen und versuchen, einfach aus unseren Möglichkeiten das Maximale zu machen. Was das sein wird, das werden wir dann am Saisonende sehen. Wir freuen uns vor allem auf die Spiele gegen Nellingen und gegen Metzingen, die hoffentlich richtige Derbyatmosphäre verbreiten werden. Auch, weil ein Vergleich mit sämtlichen Gegnern, die momentan für die BWOL schon qualifiziert sind, bis jetzt noch nie stattgefunden hat, ist es im Moment einfach nicht möglich, sich da richtig einzuschätzen. Vielleicht dann ja in der Weihnachtspause, da sehen wir dann, wo wir stehen. Auf jeden Fall eines der wichtigsten Ziele wird sein, möglichst verletzungsfrei durch die Saison zu kommen. Was wir uns natürlich wünschen, ist eine möglichst zahlreiche und hoffentlich auch lautstarke Unterstützung bei unseren Spielen, das haben sich die Mädels auf jeden Fall verdient!

Danke Steffen