Ein Interview mit den Sportlichen Leitern der "Hexenbanner" Jugend - Lars Schwend und Markus Eipper
In diesen Tagen gibt es bei den
"Hexenbannern" allen Grund zur Freude. Alle
Jugendmannschaften, von der E bis zur A Jugend, sowohl weiblich als
auch männlich, spielen in der kommenden Saison in der jeweiligen
Altersklasse in ihrer höchsten Liga. Damit hat man im Handball
Verband Württemberg aktuell die erfolgreichste Jugendarbeit
vorzuweisen. Betrachtet man ganz Baden-Württemberg dann gibt es
keinen anderen Verein der in der Jugend mit 4 Mannschaften in der
Baden-Württemberg Oberliga vertreten ist.
Ein weiterer Beleg der herausragenden
Jugendarbeit ist sicherlich auch die Anzahl an Auswahlspielern. So
hat man im weiblichen Bereich, in dem man mit dem TV Nellingen
kooperiert, 8 HVW-Auswahlspielerinnen und im männlichen Bereich 1
DHB- und 5 HVW Auswahlspieler. Doch kommt der Erfolg nicht von
ungefähr. Während viele Vereine erst in Zeiten der Wirtschaftskrise
auf die Jugend gekommen sind, so setzt der TSV Wolfschlugen bereits
mehrere Jahre erfolgreich auf die Jugend. Bereits 2004 erhielt man
den Jugendförderpreis des „Verein der Freunde und Förderer des
Handballs in Württemberg e.V“. Was in den kommenden Jahren folgte
waren mehrere Titel auf Bezirks- und Verbandsebene.
Dabei stützt sich der TSV Wolfschlugen
auf unabdingbare Säulen des Vereinslebens. So findet Teamgeist, auch
über Mannschaftsgrenzen hinaus statt. Alle wirken mit und packen im
Verein an. Unter Funktionären, Trainern, Spielern und Eltern findet
eine Enge Zusammenarbeit statt. Aktive und ältere Jugendspieler sind
Trainer und Vorbilder für die Jugend. Mit 4 B-Lizenz und 4 C-Lizenz
Trainern können die Jugendspieler auf ihrem Weg in den
Aktiven-Bereich eine sehr gute handballerische Ausbildung genießen. Attraktiver Jugendhandball ist beim TSV
Wolfschlugen also in der kommenden Saison gesichert. Ein Ereignis
über das sich vor allem die Sportlichen Leiter der „Hexenbanner“
Jugend Lars Schwend und Markus Eipper freuen dürften.
Lars Schwend und Markus Eipper standen
uns für ein paar Fragen zur Verfügung.
Erst einmal herzlichen
Glückwunsch zu diesem Erfolg!
Lars & Markus: Vielen Dank, aber
der Glückwunsch gilt vor allem den Spielern, denn sie haben den
Großteil der Arbeit geleistet.
Wie hoch ist dieser
Erfolg einzuschätzen?
Lars & Markus: Ein solcher Erfolg
kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, vor allem für einen
Verein aus einer 6000 Seelengemeinde wie Wolfschlugen.
Hat man beim TSV
Wolfschlugen mit einem solchen Erfolg gerechnet?
Lars & Markus: Keineswegs. Zwar
haben wir uns in der Vorbereitung die Ziele durchaus hoch gesteckt,
da wir uns über das vorhandene Potential der Mannschaften bewusst
waren. Doch dass trotz der großen Konkurrenz tatsächlich alle Ziele
erreicht wurden, war im Vorfeld nicht zu erwarten. Wir spielen jetzt
in der Jugend auf Augenhöhe mit den großen Bundesliga Vereinen wie
Balingen Weilstetten oder Kronau Östringen.
Worauf ist dieser
Erfolg zurückzuführen?
Lars & Markus: Auf den großen
Einsatz aller Beteiligten, seien es Spieler, Trainer, Eltern,
Funktionäre oder Sponsoren. Man muss schließlich bedenken, dass
alle Aktivitäten beim TSV Wolfschlugen im Ehrenamt ausgeführt
werden.
Hinzu kommt vor allem, dass es den
Verantwortlichen in den letzten Jahren gelungen ist für den
Jugendbereich nahezu professionelle Rahmenbedingungen zu schaffen. An
dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden.
Wie sehen diese Rahmenbedingungen im
Detail aus?
Lars & Markus: Ein gutes Beispiel
hierfür ist die männliche B- und A Jugend. Die beiden Mannschaften
werden sportlich von einem achtköpfigen Trainerstab betreut, der
durch Eltern und Betreuer in vielerlei Hinsicht entlastet wird. Zudem
ist es uns gelungen den Spielern die Möglichkeit zu geben bis zu
fünfmal in der Woche zu trainieren und somit zu einem individuell
gezielten Leistungszuwachs zu kommen.
Hat der TSV
Wolfschlugen anderen Vereinen in der Region in der Jugendarbeit etwas
voraus? Wenn ja, was?
Lars & Markus: Ich denke unsere
Stärken liegen im Kollektiv. Jeder trägt seinen Teil zum Erfolg der
Mannschaften mit bei. Dabei wird darauf geachtet, dass jeder seine
persönlichen Stärken an der richtigen Stelle einsetzt. Diese
Aufgaben- und Verantwortungsverteilung steigert das Teamgefühl, so
wird jeder am Erfolg beteiligt. Dadurch erreichen wir eine hohe
Professionalität. Diese spiegelt sich auch im Hinblick auf Statistik
und Videoanalyse wieder, die wir bei allen Leistungsorientierten
Mannschaften ab der C- Jugend anwenden.
Außerdem haben wir mit unserem neuen
Jugendkonzept, die Grundlagen für weitere Erfolge gelegt.
Was zeichnet das
Jugendkonzept beim TSV Wolfschlugen aus?
Lars & Markus: Im Jugendkonzept
sind die aktuellen Inhalte aus der Sportwissenschaft mit
aufgegriffen. Wir stützten uns dabei besonders auf die Heidelberger
Ballschule. Laut diesem Konzept ist es besonders wichtig, dass Kinder
zwischen 5 und 12 eine breitgefächerte Sportspielausbildung
bekommen. Deshalb ist vor allem unser Kinderhandballtraining nicht
Handballspezifisch sondern beinhaltet auch Spielformen aus dem
Fußball, Basketball oder Hockey. Ab der E- Jugend versuchen wir die
Entwicklung des Tempohandballes und des aktiven Verteidigen zu
vermitteln. Diese Grundlagen werden vorgesetzt bis in die A- Jugend.
Ein weiterer Grundstein ist, dass seit
dieser Saison neu anlaufende Projekt der ASFA (der außer sportliche
Freizeitaktivitäten). Damit wollen wir durch gezielte Aktionen den
Spielern ab der C- Jugend ein Mal pro Monat die Möglichkeit bieten
auch außerhalb der Trainingszeiten etwas miteinander zu unternehmen.
Damit sind Aktionen wie Aquajogging, Klettergarten, Kart fahren, etc.
gemeint.
Gibt es in der
Jugendarbeit für die Zukunft noch etwas zu verbessern?
Lars & Markus: Ja natürlich, es
gibt immer noch kleine und größere Baustellen in der Jugendarbeit,
auch wenn wir auf einem sehr guten Weg sind. Gerade die
Sponsorensuche gestaltet sich als größere Baustelle. Durch den
Erfolg, kommen natürlich gerade im A- und B- Jugendbereich, welche in der Baden-Württembergliga spielen, erhöhte Kosten auf den
Verein zu. Wir würden uns freuen wenn wir durch unsere Arbeit das
Interesse von Sponsoren wecken können.

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