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„Hexenbanner“ fallen ab
Montag, 08 März 2010
Handball-Württemberg-Liga Süd, Männer: Nach 21:24-Niederlage in Saulgau Relegation weit weg

Mit gemischten Gefühlen trat der TSV Wolfschlugen im Schneetreiben am Samstag die Reise nach Bad Saulgau an, gab es doch die Woche über einige Probleme zu lösen. Zum einen steckte der Punktverlust der Vorwoche noch in den Köpfen, zum anderen mussten Blessuren verarbeitet werden. Letztlich trat man mit einer 21:24-Niederlage die Heimreise an.

Wolfschlugens Coach musste auf seine langzeitverletzten Spieler verzichten. Kutschbach reiste zwar mit, aber kam nur zu einem Kurzeinsatz, weiter angeschlagen ist auch Lars Schwend. Zwar war die Abwehrleistung verbessert, dieses Mal lag die Ursache jedoch in einer druck- und ideenlosen Angriffsleistung mit vielen Ballverlusten. Zur Normalform, die gegen die Saulgauer wohl schon gereicht hätte, fehlt der Wolfschlugener Mannschaft derzeit einiges. Auch die Chancenverwertung war miserabel und erneut wurden drei Siebenmeter vergeben. Auch scheiterte man mit einigen freien Würfen am guten Keeper Armin Greiner vom Heimteam.

Wie erwartet waren Janosz Csele und Ingo Behr die gefährlichsten und erfolgreichsten Werfer des Gyaja-Teams. Zu allem Übel verlor Wolfschlugen dann mit dem Halbzeitpfiff auch noch Lars Schwend mit einer Roten Karte nach grobem Foulspiel und hatte obendrein das Pech, mit der Halbzeitsirene durch den Treffer von Holger Höhn den 11:11-Ausgleich zu kassieren. Alle Auswechslungen und Umstellungen von Trainer Florian Beck brachten schließlich keine entscheidende Wende mehr, sodass der Schlusseinsatz und Kampfgeist eindeutig zu spät kamen, denn der Vorsprung der Gastgeber war zu groß. Vor dem Auswärtsspiel in Wangen ist der Relegationsplatz nun in ganz weite Ferne gerückt, zumal in dieser Form.

Die Partie stand unter einem schlechten Vorzeichen mit dem verletzten Kutschbach und dem angeschlagenen Schwend. Wolfschlugens Kapitän Marco Brunner brachte dennoch seine Farben mit 1:0 in Front, bevor Janos Csele per Strafwurf gleichzog. Bis zum 3:3 war die Begegnung dann auch völlig ausgeglichen, ehe das Heimteam mit 5:3 in Führung ging und diesen Vorsprung bis zum 10:8 verteidigte. Zwischendurch wurden die Tore dann auch schön abwechselnd erzielt und kein Team konnte sich einen entscheidenden Vorteil erspielen, wobei der TSV Wolfschlugen eindeutig aus dem Rückraum zu wenig Druck und Ideen entwickelte.

In der 25. Minute warf Schwarz zum 9:10-Anschlusstreffer ein und wenig später war durch einen Merkle-Strafwurf der 10:10-Ausgleich fällig. Wallnitz brachte kurz vor der Pause mit dem 11:10 Wolfschlugen erstmals in Führung, doch vier Sekunden vor dem Pausensignal bekamen die Gastgeber noch einen Freiwurf zugesprochen, den Holger Höhn mit einem schnellen Unterhandwurf mit der Pausensirene zum 11:11-Ausgleich vollendete. Schwend hat seinen Gegenspieler etwas unglücklich getroffen, sodass er zunächst eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt. Höhne blieb etwas länger liegen, die Schiedsrichter zogen auch noch den roten Karton, was die „Hexenbanner“ eindeutig schwächte.

In der zweiten Hälfte sollte dann der TSV Wolfschlugen noch mehr Schwierigkeiten im Angriffsspiel bekommen, jeder Treffer war hart erkämpft. Zunächst erhöhte das Heimteam auf 13:11, ehe Massong und Wallnitz nochmals zum 13:13 ausglichen. Das war’s dann aber bei den Rot-Weißen, denn jetzt folgte bis zur 19:15-Führung des TSV Saulgau ein Csele-Festival mit sechs Toren in Folge. Der TSV Wolfschlugen fand kein Mittel, um zum Torerfolg zu kommen. Das nutzten die Badstädter aus und zogen innerhalb weniger Minuten auf 23:16 (53.) auf und davon, was die Vorentscheidung bedeutete.

Zwar kämpften die „Hexenbanner“ jetzt und kamen mit vier Treffern in Serie sogar nochmals auf 20:23 heran und vergaben dabei sogar noch einen Strafwurf. Die Restspielzeit war jedoch zu knapp, um noch die entscheidende Wende zu erzielen, am Ende stand die bittere 21:24-Niederlage fest. Die Aufholjagd kam etwas zu spät und auch der unbändige Kampfgeist wurde zu spät freigesetzt. Allerdings kassierte Saulgau in der Endphase auch viele völlig vermeidbare Zeitstrafen.

Für Wolfschlugen ist die Relegation nun in die Ferne gerückt, der TSV liegt jetzt vier Punkte hinter Wangen. Dort muss man zwar noch antreten, doch stimmt die Form aus verschiedensten Gründen derzeit nicht. Mitentscheidend ist sicher das drucklose Spiel aus dem Rückraum, wo Trainer Beck die Hebel noch ansetzen kann und muss.

TSV Bad Saulgau – TSV Wolfschlugen 24:21

TSV Bad Saulgau: Greiner, Renz; Luib (2), Behr (4), Földi (1), Csele (10/5), Kraljevic (3/1), Höhn (2), Fuchs, Engler (2), Wicker.

TSV Wolfschlugen: Eisenbeil, Spiller; Kutschbach, Wallnitz (4/1), Merkle (4/1), Schwarz (2), Richter (2), Negwer (1), Schwend, Massong (2/1), Brunner (5), Hiller, Schmieder (1).

Schiedsrichter: Markus Krauter/Ralf Schmid (SC Magstadt).
Zuschauer: 350.
Verwarnungen: Behr, Földi, Höhn – Wallnitz, Richter, Schwend, Beck.

Zeitstrafen: Luib, Behr, Földi (2), Csele (2), Kraljevic, Höhn, Fuchs, Wicker – Wallnitz, Richter, Massong, Negwer (2), Schwend (Disqualifikation).

Siebenmeter: TSV Wolfschlugen (6/2), Merkle trifft einmal und verwirft einmal, Schwend verwirft einmal, Massong trifft einmal und verwirft einmal, Wallnitz trifft einmal – TSV Bad Saulgau (6/6), Csele verwandelt fünfmal, Kraljevic einmal.

 
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